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Kleine Fettkunde IV – Der schwedische Schneemann

Mai 28, 2013 in Ernährung, Psychologie, Wissenswertes & Geschichte von Mia Paulsen

Bei einer Online-Veranstaltung unserer Facebook-Gruppe, bei der es um das Thema Ketose ging, stellte ich folgendes Rätsel:

Der schwedische Schneemann

GänsefüsschenWenn ihr einen Schneemann bauen müsstet aus Fett, EW und KH. Aus was wäre der dicke Fuß, aus was der Bauch und aus was der Kopf? Gebt eure Antwort ganz spontan und ohne zu spicken, was die anderen geschrieben haben und ohne euch abzusprechen oder zu beraten.

Zu diesem Zeitpunkt war die Veranstaltung bereits fast zu Ende, es war also zu erwarten, dass die meisten das Rätsel richtig gelöst hatten. Die größte Kugel unten besteht aus Fett, die mittlere, kleinere aus Eiweiß und in der kleinsten ganz oben sind – ihr ahnt es schon: die Kohlenhydrate!

Die günstigste Verteilung, um in Ketose zu kommen und zu bleiben, ist ein Verhältnis von Fett = EW+KH. Das geht auf die Skaldeman Ratio zurück, auch „Skaldeman-Verhältnis“ oder „Skaldeman-Relation“ genannt.

Was bedeutet das konkret?

Die Skaldeman Ratio sagt aus, dass wir, um möglichst gesund und schlank zu bleiben, in etwa genauso viel oder mehr gesunde Fette zu uns nehmen sollen, wie Protein und Kohlenhydrate zusammengenommen.

Die Formel hierfür sieht so aus:

Skaldeman Ratio Formel

Ganz schön kompliziert, oder? Nein, eigentlich nicht.

PendelwaageIch stelle mir gern eine Waage vor, bei der in der einen Waagschale das Fett und in der anderen Eiweiß und Kohlenhydrate liegen. Hier sollte das Fett nicht weniger wiegen als beide anderen Makronährstoffe zusammen. Oder eben einen Schneemann, mit einem soliden Fuß als ordentliche Basis, einer stabilen Körpermitte und einem kleinen und leichten Kopf.

Die sättigende Basis einer artgerechten Ernährung sind also die guten, wertvollen Fette. Natives Kokosöl, fetthaltige Nüsse und Kerne, Kokos, Avocados, Butter, Schmalz und Ghee. Einen kraftvollen und gesunden Körper liefert euch Nahrungsprotein, Fleisch, Fisch und Eier oder je nach Verträglichkeit Molkereiprodukte und ebenso Nüsse. Je mehr Eiweiß wir essen, desto weniger Kohlenhydrate werden wir brauchen. Dennoch sollte die die Gesamtmenge von Protein und Kohlenhydrate die Menge des Fettes nicht überschreiten.

Kohlenhydrate sollten wir nur noch aus stärkefreien Gemüsesorten aufnehmen, wie Auberginen, Sellerie, Blumenkohl, Mangold, Lauch oder vieles mehr.

Leckere Rezepte, die für eine Ernährung nach LCHF geeignet sind, findet ihr in diesem appetitanregenden Blog

Historie

Sten Sture Skaldemann ist ein schwedischer Journalist und Autor von Gesundheitsratgebern und Erfinder von LCHF, einer Methode, die auf der Steuerung des Hormonhaushalts durch die Ernährung beruht. LCHF steht für LowCarbHighFat, eine Ernährung, bei der wenig Kohlenhydtrate zu Gunsten guter, wertvoller Fette gegessen werden. Zunächst geht es darum, die Insulinausschüttung so gering wie möglich zu halten. Aber bei Erkrankungen, bei denen hormonelle Zusammenhänge eine Rolle spielen, können mit LCHF-Ernährung gute Ergebnisse erzielt werden.

Aber Sten Sture Skaldeman ist kein Wissenschaftler, diese Methode wurde nicht an einer Universität oder einem Institut entwickelt. Skaldeman war selbst von starkem Übergewicht betroffen und entdeckte durch einen makabren Zufall, dass alle bisherigen Ernährungsempfehlungen die er kannte, falsch waren!

Er verlor einen Abnehmwettbewerb, wog noch immer weit über 100 kg, gab endgültig auf und beschloss in seiner Resignation von nun an alles zu essen, was er sich bisher verwehrt hatte. In einem seiner Bücher schreibt er

GänsefüsschenIn despair I began to eat myself to death – in meiner Verzweiflung fing ich an, mich zu Tode zu essen.

..

Aber das Unglaubliche geschah, Skaldeman nahm nicht weiter zu, er wurde nicht kränker und starb auch nicht. Das Gegenteil trat ein und er verlor über 70 kg in kürzester Zeit. Die Grundlage der LCHF-Ernährung war geboren. Was für Sten Sture Skaldeman einfach ein glücklicher Zufall war, wurde bis heute vielfach erforscht, wurde so untermauert und erklärbar: einige Ernährungsformen beruhen auf dem einfachen Prinzip der Skaldeman Ratio.

Also keine Angst vor guten Fetten! Welche Fette gesund sind und welche besser zu vermeiden wären, darin gehen wir demnächst in unserer Kleinen Fettkunde ein. Schaut also immer mal wieder rein 🙂

Liebe Grüße Yahoo! Emoticon Mia


Alle Artikel der Serie

Kleine Fettkunde – Einführung
Kleine Fettkunde I – Ein fetter Gastbeitrag!
Kleine Fettkunde II – Mythos LowFat
Kleine Fettkunde III – Wertvolles Leinöl?
Kleine Fettkunde IV – Der schwedische Schneemann
Kleine Fettkunde V
Kleine Fettkunde VI
Kleine Fettkunde VII

9 Gedanken in “Kleine Fettkunde IV – Der schwedische Schneemann

  1. […] Kleine Fettkunde II – Mythos LowFat Kleine Fettkunde III – Wertvolles Leinöl? Kleine Fettkunde IV – Der schwedische Schneemann Kleine Fettkunde V Kleine Fettkunde VI Kleine Fettkunde […]

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  5. VeeBee sagt:

    Hurraaa…. die Lösung ist endlich daaaaa !!! 😉 :*

  6. Skaldeman hat weder an einem Abnehmwettbewerb teilgenommen noch ist er der „Erfinder“ von LCHF 😉

    • Mia Schöbel sagt:

      So steht es auf seiner Webseite „13 years ago, I lost a weight-loss competition and in despair I began to eat myself to death.“ Er ist in so fern der „Erfinder“ der Methode, dass er als erster die Skaldeman Ratio in eine Formel gebracht hat. Er hat einen wesentlichen Grundstein gelegt. Natürlich haben vorher auch andere am selben Prinzip geforscht und dazu veröffentlicht. Aber im Artikel geht es nicht um die Geschichte von LCHF, sondern um die Skaldeman Ratio. Von daher kann man das durchaus so stehen lassen.

    • VeeBee sagt:

      Die Skaldeman Ratio ist, wie der Name schon verrät eine Erfindung von Stan Sture Skaldeman. Da dies für eingefleischte LCHFler die Formel schlechthin ist, ist es nicht verkehrt ihn als den ‚Erfinder‘ zu bezeichnen. Und auf seiner website steht tatsächlich, dass er einen weight-loss Wettbewerb verloren hat… :/

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