Google+

Wissenswertes über Eiweißbrot

Januar 22, 2013 in Bio, Chemie & Wissenschaft, Tipps & Tricks von Mia Paulsen

Brot ist ein immer wiederkehrendes Thema im Beratungsalltag. Wer Kohlenhydrate reduzieren möchte, bekommt meist den Rat, den eigenen Brotkonsum einzuschränken. Für viele unvorstellbar, das tägliche Brot ist sprichwörtlich heilig. Dann wird gern und schnell zu Alternativen gegriffen, besonders, wenn diese als besonders gesundheitsfördernd oder eiweißreich angepriesen werden. Aber ist das wirklich der Fall? 

Lasst uns einmal das handelsübliche Eiweißbrot unter die Lupe nehmen. Hier die Zutatenliste eines bekannten Herstellers von Eiweißbroten:

GänsefüsschenSojaprodukte (Sojaschrot, Sojamehl, Sojaprotein), Weizenprotein, Leinsaat teilentölt, Sonnenblumenkerne, Weizenvollkornmehl, Lupinemehl, Erbsenprotein, Weizenpflanzenfaser, Meersalz, Trockenhefe, Sauerteigpulver, Malzmehl

Hauptbestandteil dieser Gebäcke ist also neben Soja das Weizenprotein. Was hier so unverdächtig korngesund klingt, ist lediglich ein anderes Wort für Gluten.

Gluten ist in der Tat eines der größten Übel der neuzeitlichen Ernährung. *kotz*

Es schädigt die Darmzotten und führt zu massiven Beschwerden. Es behindert die Arbeit des Darmes sogar so massiv, dass schädigende Substanzen, welche normalerweise an den „Tight Junctions“ abgefangen werden, in den Blutkreislauf gelangen und so sogar die Blut-Hirnschranke überwinden können. Man bringt dies in engen Zusammenhang mit Alzheimer, Depressionen, ADHS und andern Gehirnkrankheiten. Außerdem löst es einige Allergien und Unverträglichkeiten aus, Zöliakie und Sprue sind da nur die Spitze des Eisberges. Auf lange Sicht wird es inzwischen von Experten als karzinogen eingestuft ist, deshalb lieber drauf verzichten, erst recht in seiner „Reinform“. Ihr tut euch langfristig keinen Gefallen damit, denn Gluten ist der Hauptgrund, wieso Getreide so schlecht vertragen und verdaut wird. Der Glutenanteil in normalem Brot oder Nudeln ist bereits bedenklich, in dieser vielfachen Menge aber schlicht inakzeptabel.

Die anderen Bestandteile dieser Brote sind Soja und Lupinen. Soja ist hochallergen und ökologisch auf vielen Ebenen fragwürdig. Soja enthält neben anderer Abwehrstoffe Phytoöstrogene, die gerade für Männer gefährliche kurz- und langfristige Nebenwirkungen haben. Außerdem muss bei dieser Verarbeitungsart nicht angegeben werden, ob Gen-Soja verwendet wurde. Hierzu existieren zwar noch keine Langzeitstudien, für manche durchaus ein KO-Kriterium.

*angscht* …aber jetzt weiter zum Brot, denn das hält ja noch mehr Überraschungen bereit

Lupinen sind ebenfalls hochallergen, zählen zu den vierzehn häufigsten Verursachern von Nahrumgsmittelunverträglichkeiten und können bei Kreuzallergien schwerwiegende Folgen haben. Das können akute allergische Reaktionen aber eben auch Langzeitfolgen sein. Lupinen werden hauptsächlich als Gründünger bzw Futtermittel eingesetzt. In manchen Ländern werden Lupinensamen eingelegt als Knabberei verzehrt. Allerdings ist einem Verzehr in diesen „rauhen Mengen“ wie sie beim regelmäßigen Essen von Eiweißbrot erreicht würden, unbedingt abzuraten.

*kicher* Wahrscheinlich ist es weniger schädlich ein Schinken-Käse-Sandwich aus zwei Schwammtüchern zu essen, anstatt das vielgepriesene EW-Brot. Die werden wenigstens unverdaut ausgeschieden.

Und wenn man das alles außen vor lässt, ist EW-Brot schlicht zu teuer! Die genannten Zutaten rechtfertigen den Preis in keiner Weise. Hier soll ein minderwertiges Produkt mit unhaltbaren Heilsversprechen an den Mann und die Frau gebracht werden. Wenn Ihr mich fragt, ist das Abzocke.

Dabei ist es so einfach! Um gesund und figurbewusst zu leben werden keine besonderen, teuren Spezialnahrungsmittel benötigt. Getreidearme Ernährung ist die ursprünglichste und natürliche Ernährungsform die wir kennen und nach der wir uns Jahrtausende vor der Einführung des Ackerbaus völlig selbstverständlich ernährt haben.

Verabschiedet euch von dem Gedanken, herkömmliche Dinge unbedingt ersetzen zu müssen. Klar schmeckt das, woran wir gewöhnt sind. Allerdings schmecken auch andere Dinge. Und neue kulinarische Genüsse zu entdecken kann sehr viel befriedigender und auf jeden Fall aufregender sein, als krampfhaft nach einem Ersatz für etwas zu suchen, was wir überhaupt nicht brauchen.

Wenn doch die Lust auf Brot und Gebäck kommt, einfach, weil der alltägliche Speiseplan ab und zu bereichert werden soll, ist das schnell und vor allem wesentlich preiswerter selbst gebacken. Jeweils eine Handvoll Saaten oder Nüsse, gemahlene Mandeln und nach Geschmack gehackte Walnüsse mit etwas Backpulver und Salz, zwei Eiern und einem Becher Quark verrühren und bei niedriger Temperatur in den Ofen. Das dauert etwa so lange wie einen gemischten Salat zuzubereiten. Das Ergebnis ist ein herrlich duftendes dunkles Brot. Für dieses einfache, gesunde und preiswerte Rezept gibt es so viele Variationen, wer Interesse an weiteren Ideen hat, einfach einen Kommentar hinterlassen. Wir freuen uns darauf!

Ganz liebe Grüße Umarmung Mia

2 Gedanken in “Wissenswertes über Eiweißbrot

  1. Wie lange muss das mindestens im Ofen sein?

  2. Mia Schöbel sagt:

    Schicker Avatar *lach* Erinnert ein bisschen an den Procurobacter comii.

    Die Backzeit kommt ganz auf deinen Ofen an. Es ergibt einen kleinen, gut formbaren Laib, der nach ca 30-40 Minuten fertig sein sollte. Temperatur sollte 170°C nicht überschreiten, so dass die Kerntemperatur unter 100°C bleibt. Das ist wichtig, damit sich keine Transfette bilden.

    Schick uns unbedingt ein Foto von deinem ersten Saatenbrot! 🙂

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: